Sonntag, 23. Oktober 1994

Donna Blue Lachmann mit "Frida: The Last Portrait" in der Volksbühne

Kontrastprogramm zu Kresnik: Die Amerikanerin Donna Blue Lachmann mit "Frida: The Last Portrait". Sie ist Frida Kahlo, die das Publikum als Gäste empfängt. Die Enge im 3. Stock der Volksbühne läßt alles ganz intim wirken. Frida unterhält sie mit Anekdoten, wie sie den Antisemiten Henry Ford als "Manufuckturer" triezte oder für Salvador Dalí ihr amputiertes Bein signieren wollte. Sie rührt mit der Geschichte ihrer überlebensgroßen Liebe zu Diego Rivera. Und sie schockt mit der Beschreibung des Busunfalles, bei dem sie von einer Stange durchbohrt wurde. Doch selbst beim Schocken setzt sie noch Pointen: "Ich wurde von einem Bus entjungfert." Mit solchen Zynismen bremst sie den manchmal gefährlich drohenden Kitsch.



BZ Berlin

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