Donnerstag, 22. Dezember 1994

"Der letzte Yankee" im Renaissance-Theater

Plätschern ist nicht gleich Plätschern. Es gibt das nervtötende Plätschern eines defekten Wasserhahnes. Und es gibt das beruhigende Murmeln eines Bächleins. "Der letzte Yankee" im Renaissance-Theater plätschert auf die letztgenannte, relativ angenehme Weise - aber es plätschert.

Das neue Stück von Arthur Miller: Vier Personen, eine These. Der knarzige Erfolgsmensch Frick (Hans Teuschert) treibt seine depressive Frau (Kyra Mladek) immer tiefer in die Traurigkeit. Dagegen versucht Hamilton (Günter Lamprecht), der "letzte Yankee", seiner Patricia (Claudia Amm) mit Liebe wieder Lebensmut zu geben. Wenig Konflikt, selbst für nur zwei blasenschonende Stunden. 

Regisseur Heinz Kreidl hat nicht viel getan, um den Text aufzumischen. Er hat vier tolle Schauspieler und läßt sie einfach zu sanft spielen. "Drück auf die Tube oder auf die Tränendrüse!" hätte mal jemand rufen sollen "Aber mach bloß irgendwas! Gib Gas!" Dann wäre dieser deutschsprachiger Erstaufführung vielleicht mehr als nur wohlwollend applaudiert worden. 

BZ Berlin

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